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Kalendersprüche und andere Wahrheiten der digitalen Welt PDF Drucken E-Mail

An Englishman in New York – Kolumne von Emlin Borkschert


Kalendersprüche und andere Wahrheiten der digitalen Welt

Manrode-von-Obeni-244„Man weiß eine Sache erst dann zu schätzen, wenn sie nicht mehr da ist.“ Einer der wenigen Kalendersprüche, die wirklich stimmen. Woher ich das weiß? Wir haben zum Jahresende unseren Vertrag für Telefon und Internet gekündigt. Wir waren es leid, die Qualität war nur mittelmäßig, das Service-Verhalten unterirdisch, da konnte auch die räumliche Nähe nichts mehr ausrichten.

Doch was sind die Alternativen? Nur gut, dass auf dem Land die Auswahl überschaubar ist. Trotzdem, seien wir mal ehrlich, es gibt aufregendere Dinge, mit denen man sich beschäftigen kann, als Telefonverträge. Ehe wir uns versahen, war Weihnachten und wir hatten zwar einen Baum und auch Geschenke – aber uns noch nicht um einen neuen Vertrag gekümmert.

Und von einem Tag auf den anderen steht man da, ohne Telefon, ohne Internet, und denkt: ist doch alles halb so wild. Ging doch früher auch. Immerhin haben wir noch Strom und Wasser. Doch zwei Minuten später wird man langsam nervös. Verdammt, ich wollte doch noch E-Mails abrufen. Und bei Wikipedia nach dem korrekten Ablauf einer Leichenschau recherchieren. Ach, und anrufen, bring bitte Mozzarella mit.

Der verwöhnte Mobilfunknutzer wird sicher sagen, für Letzteres gibt es doch SMS. Er war vermutlich nie bei uns zuhause, denn dort ist der Empfang wirklich grauenhaft. An einer bestimmten Stelle im Flur habe ich an guten Tagen etwa einen Balken, im Bad manchmal zwei. Dann reicht es sogar für kurze Telefonate. Hat mich früher nicht übermäßig gestört. Jetzt aber frage ich mich: Wie lange soll das noch so gehen?

Das ist jetzt fast drei Wochen her. Zugegeben, ich bin nicht völlig vereinsamt. Was zum Teil daran liegen mag, dass ich mir einen Internet-Stick für mobiles Surfen zugelegt habe. Moment... Mobil? Funktioniert das bei euch? Ja, ich habe inzwischen festgestellt, wenn ich auf den Dachboden steige und den Stick Richtung Norden halte, funktioniert es sogar einigermaßen gut. Ich darf nur nicht vergessen, mir vorher meine Winterjacke und die Handschuhe anzuziehen, denn dort oben sind es gefühlte minus zehn Grad.


© Emlin Borkschert 2016

 
Himbeertraum und die Desenberg-Kaserne PDF Drucken E-Mail

An Englishman in New York – Kolumne von Emlin Borkschert

Himbeertraum und die Desenberg-Kaserne

Umgebung-033Was war es früher einfach. Wer keine Frisur hatte, ging zum Friseur und ließ sich eine schneiden. Und wenn man Marmelade brauchte, ging man eben in den Supermarkt. Erdbeere, Aprikose, Pflaumenmus, Waldfrüchte. Nie hätte ich geglaubt, dass ich das einmal anders machen würde. Bis ich die Lust entdeckt habe, bestimmte Dinge lieber selber zu machen.

„Frische Himbeeren“ las ich auf einem Schild am Straßenrand, und da Himbeeren schon immer meine Lieblingsfrucht war – und nicht Erdbeeren, wie bei den meisten – konnte ich nicht wiederstehen zuzuschlagen und ein Kilogramm der herrlich roten, prallen, süßen Früchte zu erwerben. Dank Aufsatz meiner Küchenmaschine gelang es mir sogar, die Himbeeren zu entkernen, ohne die Küche dabei komplett einzusauen. Noch Gelierzucker dazu, aufkochen und fertig war mein Himbeertraum. Köstlich. So köstlich, dass ich fortan keine gekaufte Marmelade, zumindest die Sorte Himbeere, mehr essen kann. Sie schmeckt nicht mehr. Aber so ist das mit den Sachen, die man selber gemacht hat: die Einstellung dazu verändert sich total.

So ähnlich stelle ich mir das vor bei dem, was gerade vor unserer Haustür passiert, in der ehemaligen Desenberg-Kaserne in Borgentreich. Die meisten von uns wissen zum Glück nicht, was es heißt, ein Flüchtling zu sein. Fliehen zu müssen aus der Heimat, die zur tödlichen Gefahr geworden ist. Alles zurückzulassen und Schutz zu suchen in der vermeintlichen Sicherheit der Ferne. In der Ungewissheit, was einen dort erwartet. Wie müssen sich diese Leute fühlen?

Ich weiß es nicht. Ich kann nur hoffen, das niemals am eigenen Leibe zu erfahren. Denn man muss es wohl erst selbst erlebt haben, um das zu verstehen...

© Emlin Borkschert 2014

 

 
Einladung zur Signierstunde PDF Drucken E-Mail
Der in Manrode lebende Schriftsteller Emlin Borkschert, hier vor allem bekannt mit seiner Kolumne "An Englishman in New York", veröffentlicht am 1. März 2014 seinen ersten Krimi "Des einen Freud, des anderen Tod".
 
Emlin BorkschertDie Ostseeküste, mitten in der Augusthitze: Als auf einem Campingplatz auf Usedom die Leiche eines Teenagers gefunden wird, schickt die Kripo ein Ermittlungsteam – und Grit Loch. Die arbeitslose Mutter eines fast erwachsenen Sohnes nimmt an einem Programm zur Wiedereingliederung in den Polizeidienst teil. Begeistert sind die Kollegen von der kleinen, dicklichen, Flipflops tragenden Frau nicht gerade. Wer kann ein Interesse haben, einen 15jährigen Jungen zu töten, der als „Engel“ beschrieben wird? Und warum hat so ziemlich jeder auf dem Campingplatz etwas zu verbergen? Mit Herz und Schnauze versucht Grit sich in die Ermittlungen einzubringen - und muss dabei so manchen Rückschlag verkraften. Droht ihr sogar der Rauswurf aus dem Programm? Dann verschwindet eine junge Frau spurlos, die gesehen haben soll, was in der Mordnacht geschehen ist. Grit bekommt endlich ihre Chance zu beweisen, was in ihr steckt…
 
Zur Signierstunde sind alle Interessierten herzlich eingeladen!
 
Fußball-WM in Manrode PDF Drucken E-Mail

An Englishman in New York – Kolumne von Emlin Borkschert

Fußball-WM in Manrode

IMG 1461Was für die einen die Fußball-WM, ist für andere die FBM. Hunderttausende zieht es jedes Mal in die Hallen, die Stimmung ist einmalig, und ich war dieses Jahr das erste Mal mit dabei.

Wovon ich spreche? Die FBM. Die Frankfurter Buchmesse, die wie jedes Jahr im Oktober stattgefunden hat. Ganze Hallen voller Verlage, deren Stände dicht an dicht stehen, die Auslagen gut gefüllt mit den neuesten Werken, dazwischen zahlreiche bekannte Autoren (und auch unbekannte), Autogrammstunden, Lesungen, Vorträge, und das allerschönste: Literaturbegeisterte ohne Ende. Nach ein paar Stunden auf der Messe fühlen sich die Beine an, als hätte man ein ganzes Fußballspiel durchgespielt.

Zurück in Manrode ist von der Atmosphäre allerdings so viel zu spüren wie bei einem Länderspiel Färöer gegen Neuseeland. Bücherbegeisterte sind in unserer Gesellschaft wohl eine Randerscheinung. Oder nicht? Gibt es nicht überall Bücher? Und fast in jedem Haushalt Leute, die gerne lesen?

Der Unterschied ist: Sie gehen nicht auf die Straße, um ihr Hobby zu feiern. Sie zeigen ihre Leidenschaft nicht, indem sie sich mit anderen Lesern zu La-Ola-Wellen vereinigen, sie tragen keine Trikots mit den Namen „Rowling“ oder „Kehlmann“ und fahren nicht im Autokorso über die Trendelburger Straße. Leser feiern anders. Gemütlich abends im Bett. In der Badewanne, auf dem Sofa. Im Liegestuhl in der Sonne. Am Frühstückstisch. Im Bus. Wenn man darüber nachdenkt, eigentlich überall.

Wir müssen uns nur klar machen, dass es sie gibt, die feiernden Leser. Dann fühlt man sich nicht so allein dabei. Darauf eine La-Ola-Welle...

© Emlin Borkschert 2013

 
Emlin Borkschert - "Stilles Wasser, tiefes Loch" PDF Drucken E-Mail

Emlin Borkschert1Beiträge rund um das Thema Schreiben, Bücher und Literatur veröffentlicht der in Manrode lebende Schriftsteller Emlin Borkschert seit einiger Zeit auf seinem Internet-Blog. Der Verfasser der Kolumne „An Englishman in New York“, die hier auf dieser Seite erscheint, hat zahlreiche Kurzgeschichten verfasst, sein Kriminalroman „Stille Wasser, tiefes Loch“ wird im Frühjahr 2014 im Buchhandel erscheinen.

Besucher aus aller Welt, sogenannte Follower, verfolgen die Blog-Beiträge bereits, Tendenz steigend. Leser aus den USA und sogar aus Australien sind mit dabei, wenn Emlin Borkschert Neuigkeiten aus seiner Heimat, Infos zu seinem aktuellen Krimi-Projekt „Egos Trip“ oder einfach nur so aus Spaß etwas postet.

Wer neugierig geworden ist und selber mal schauen möchte, was auf dem Blog passiert, einfach diesen Link anklicken: www.emlin-borkschert.tumblr.com!

 

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