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Der Wagen stürzt ab PDF Drucken E-Mail
An Englishman in New York – Kolumne von Emlin Borkschert

Der Wagen stürzt ab


Sternenhimmel

Aufmerksame Spaziergänger werden es längst bemerkt haben. Der Wagen stürzt ab. Auch wenn es nicht viele Gelegenheiten dazu gab in den letzten Wochen. Denn wer lässt sich schon gerne nassregnen. Ganz langsam kippt er nach vorne. Für uns Erdenbewohner vor allem ein Zeichen: Winter. 


Der große Wagen ist einer der prägnantesten Erkennungszeichen, wenn man im Dunkeln über Manrodes Feldwege spaziert und dabei in den nördlichen Sternenhimmel schaut. Verlängert man dabei die gedachte Linie der beiden hinteren Kastensterne des großen Wagen um ein fünffaches, gelangt man direkt zum Polarstern, der den Norden markiert. Woher ich das alles weiß?

Für mich hat das Christkind vergangenes Weihnachten eine Sternenkarte gebracht. Für Einsteiger! Nur leider hat besagte Karte seitdem ein klägliches Dasein gefristet. Statt mitgenommen zu werden in die kalte Nacht, um mit ihr auf eine galaktische Entdeckungsreise zu gehen, lag sie faul auf einem Stapel alter Zeitschriften. Und fühlte sich womöglich wie Altpapier, das demnächst in der blauen Tonne entsorgt würde. Was für ein Freudenschrei muss durch ihren dünnen Einband gegangen sein, als die Frau in der Tagesschau verkündet hat, dass es wieder kälter wird, weil das bedeuten kann, dass der Himmel nachts sternenklar ist. Lasst uns daher Handschuhe aus ihren muffigen Verstecken befreien und dicken, selbstgestrickten Socken wieder einen Sinn im Leben geben. Stiefel haben das Recht, getreten zu werden, Schals dürfen lang gezogen werden. Lasst uns Manrodes Feldwege entlangschlendern, sobald es dunkel geworden ist, und den großen Bären, den Drachen und den Schwan suchen.

Der Sternenhimmel will erkundet werden. Und meine kleine Sternenkarte zeigen, was sie drauf hat.

© Emlin Borkschert 2013