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Streuobstwiesen vs. Plasikgeschirr PDF Drucken E-Mail

An Englishman in New York – Kolumne von Emlin Borkschert


Streuobstwiesen vs. Plastikgeschirr

 

Nein, wenn ich in den Supermarkt gehe, falle ich nicht mehr vom Glauben. An 4,99 EUR für ein Kilo Bio-Äpfel habe ich mich fast gewöhnt. Keine Pestizide, bestenfalls aus Deutschland, der kurzen Transportwege wegen. Gute Lebensmittel haben halt ihren Preis. Immerhin ist es für die Gesundheit, da kann man schon mal ein bisschen mehr investieren. Und es wird gekauft, sonst würde der Preis nicht funktionieren. Was mich dabei wundert (und alle regelmäßigen Gassigeher werden mir zustimmen): Nicht nur um Manrode herum gibt es inzwischen so viele Obstbäume, um die sich kein Mensch mehr schert. Auch anderswo, egal, wohin man schaut, überall das gleiche Bild: Äpfel, Birnen, Zwetschgen – um nur die zu nehmen, die ich auf Anhieb benennen kann. Kiloweise liegen die reifen Früchte auf Seitenstreifen, fallen auf Straßen, werden zertreten, zerfahren oder einfach ignoriert.

Streuobst

Was ich mich dabei immer frage: Wem gehören sie? Warum verarbeitet das keiner? Und – kann man sich davon etwas mitnehmen? Wenn Bäume oder Sträucher verpachtet oder im Privatbesitz sind, darf man sich natürlich nicht einfach so bedienen. Doch oftmals sind sie Allgemeingut, was bedeutet, dass für den Eigenbedarf pflücken erlaubt ist. Eine tolle Karte mit Hinweisen, an welchen Orten genau man welche finden kann, gibt es im Internet unter www.mundraub.org. Eine Aktion zum Mitmachen, finde ich.

Und bin gespannt, was mit der Streuobstwiese passiert, die die Betreiber des Windparks Trendelburg als Ausgleich der beanspruchten Fläche (inoffiziell für die Belastung durch verlegte Straßen, gesperrte Parkstreifen, Lärm und Abgase durch Hunderte LKWs etc.) geschaffen hat. Bei Lütgeneder, na vielen Dank.

Auch in Manrode wurde vor kurzem eine Streuobstwiese angelegt. Bleibt zu hoffen, dass das Obst hier nicht liegen bleibt und vergammelt. Was ließen sich für tolle Sachen daraus herstellen. Mus, Kompott, Marmelade, Salate, Chutneys. Gemeinsame Aktionen könnten entstehen wie Baumpflegekurse, Erntefeste, Einkoch-Nachmittage. Welche Oma backt den besten Kuchen. Probieren, essen, feiern. Aus der Region, für die Region. Natürlich ist das alles mit viel Arbeit verbunden. Da ist es wohl einfacher, ein bayerisches Oktoberfest mit Plastikgeschirr zu veranstalten.

© Emlin Borkschert 2018